Über den Autor

Matthias wuchs in einer hessischen Gemeinde auf, ein paar Meilen südlich der alten Handelsstadt Frankfurt, Ort der Krönung der Kaiser des Alten Reichs. In einer Zeit ohne Smartphone und PC verbrachte er in seinen Kinder- und Jugendjahren die freie Zeit der langen Sommertage zumeist im nahegelegenen Wald, mit ausgedehnten Streifzügen, dem Bau von Hütten unterschiedlicher Art und Tier- und Naturbeobachtungen.

Im Herbst und im Winter (damals lag in jener Region oft noch für längere Zeit Schnee) war dann die umfangreiche, örtliche Bücherei eine wichtige Anlaufstelle. Dort fand er wahre Schätze, wie etwa das ausufernde Werk von Karl May, Tolkiens „Silmarillion“ und Peakes „Gormenghast“, darüber hinaus Klassiker der Science-Fiction wie Asimovs „Foundation“-Trilogie und Farmers „Die Welt der Tausend Ebenen“.


„Wenn wir in uns eine Sehnsucht erfahren,
die durch nichts in der Welt gestillt werden kann,
dann ist die wahrscheinlichste Erklärung die,
dass wir für eine andere Welt gemacht sind.“

C. S. Lewis

Nach einer recht bewegten Zeit als junger Mann, die geprägt war von einer spirituellen und letztlich existentiellen Suche, die ihn für ein paar Jahre sogar bis nach Los Angeles, Kalifornien, führen sollte, ließ sich Matthias schließlich mit seiner Frau Lea in einem alten Bauernhaus im ländlichen Vogelsberg nieder. Inspiriert von der rauen, wildromantischen Landschaft verfasst er hier seine Erzählungen.

Sein Alltag wird, neben dem Schreiben, geprägt durch die Sorge für die Tiere (zurzeit Hunde, Katzen und Hühner – es sollen aber auch noch Bienen dazukommen, und evtl. Ziegen), die Pflege des Gemüse- und darum herum liegenden großen Naturgartens sowie die Unterstützung (computertechnisch, buchhalterisch, inspirativ und moralisch) der Arbeit seiner Frau im Bereich des Coachings und der Traumaheilung.


„Es gibt eine Straße vom Auge zum Herzen,
die nicht durch den Verstand führt.“

G. K. Chesterton

Wir stehen auf den Schultern von Riesen, so heißt es. Vieles, das große Meister geschaffen haben, hat Matthias inspiriert und tut es nach wie vor: Tolkiens visionäre Synthese von mythisch-paganem Reichtum und tiefer, katholischer Spiritualität, das Lebenswerk von C. S. Lewis, in all seiner fiktionalen und apologetischen Fülle, das unorthodoxe (und gerade deshalb zur gleichen Zeit felsenfest orthodoxe) Weltbild G. K. Chestertons, die großartigen, deutschsprachigen Jugendbücher wie „Krabat“ und „Timm Thaler“, warnende Dystopien wie „1984“ und „Schöne neue Welt“ – und nicht zuletzt Solowjows bahnbrechende und hinsichtlich der Abgründe der heutigen Zeit in ihrer aktuellen Bedeutung kaum zu überschätzende „Kurze Erzählung vom Antichrist“.

Fantasy (besser: Imaginative Literatur, oder auch: „speculative fiction“) ist keine weltfremde Gattung, die der sogenannten „realistischen“ Literatur nachgestellt wäre. Es ist vielmehr die Ur-Literaturgattung der Menschheit. In mythischen Bildern zeigt sich die Sprache der Seele, wird Wahrheit sichtbar. Die Autorin Ursula K. Le Guin hat es in ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung der „Medal for Distinguished Contribution to American Letters“ durch die „National Book Foundation“ treffend zum Ausdruck gebracht: „Wir brauchen Autoren, die sich an Freiheit erinnern können – Poeten, Visionäre – Realisten einer größeren Realität.“


„Ich glaube nicht nur an alles Übernatürliche,
sondern, eigentlich gesprochen,
glaube ich eben nur an dieses.“

Wladimir Sergejewitsch Solowjow

Freiheit ist das eine – das andere ist das Wiedererinnern daran (oder das Eingeständnis dessen), dass es eine Ebene von Wirklichkeit gibt, die grundlegender ist, als die dünne, oberflächliche Schicht, die wir gemeinhin als unsere „Realität“ bezeichnen. Viele lesende Zeitgenossen, die sich zu Fantasy-Literatur hingezogen fühlen, ahnen dies wohl intuitiv. Fantasy (und in vielerlei Hinsicht auch Science-Fiction) ist ein Genre, in dem tiefere Wahrheit mittels mythischer Bilder zum Ausdruck gebracht wird (im besten Falle).

Nicht umsonst haben einige der profiliertesten Autoren in diesem Bereich eine Verankerung ausgerechnet im katholischen Weltbild, welches in seiner uralten Tradition genau jenes Verwobensein von menschlicher und tieferer Realität zum Ausdruck bringt: manche von ihnen tief gläubig und aktiv praktizierend (J. R. R. Tolkien, Gene Wolfe, R. A. Lafferty, Walter M. Miller Jr., Tim Powers), andere zumindest vom familiären Hintergrund her (bzw. „lapsed“, wie es so schön heißt), wie George R. R. Martin – dann auch wieder explizit christlich-protestantisch, aber mit großen Sympathien für „Rom“, wie C. S. Lewis (von dem manche sagen, dass er wohl katholisch geworden wäre, hätte er ein paar Jahre länger gelebt und/oder hätte er nicht durch seine anglo-nord-irische Herkunft gewisse kulturelle Ressentiments geerbt).


„Derjenige, der etwas zerbricht, um herauszufinden, was es ist,
hat den Pfad der Weisheit verlassen.“

Olórin (durch J. R. R. Tolkien)

Wenn man in die Welt der Gegenwart blickt, drängt sich einem der Eindruck auf, dass „Machbarkeit“ zum höchsten Ideal erklärt wurde. Vereinigung aller Staaten der Erde zu einem globalen Ganzen, mit dem Ziel des „Weltfriedens“? Mit den entsprechenden Maßnahmen bestimmt umsetzbar. Geschlechterwechsel? Kein Problem. Die endgültige Ausrottung von Krankheit (und letztendlich des Todes selbst) mittels biotechnologischer Methoden und „mind uploading“? Klingt doch hervorragend. Dass vieles davon einfach nur eine scheinbare Machbarkeit ist, oberflächliche „Lösungsvorschläge“ für Umstände, deren Ursprung oft viel tiefer liegt, scheint wenige zu interessieren. Ganz im Gegenteil: Ziele dieser Art werden in bestimmten Kreisen geradezu fanatisch verfolgt – auch auf die Gefahr hin, dass das angestrebte „Paradies“ sich letzten Endes als technokratische Hölle entpuppen wird.

Die Rückverbindung zu altem Wissen, zu alter Weisheit, scheint heute notwendiger denn je. Der Materialismus der heutigen Zeit (der nichts weiter ist als eine zerrbildhafte und sinnentleerte Ersatzreligion), führt letztendlich nirgendwohin. Das ganze blecherne Brimborium, das uns beinahe allgegenwärtig umgibt und mehr und mehr zu vereinnahmen droht, ist nichts weiter als ein wackliges Konstrukt, das früher oder später in sich zusammenfallen wird, wenn grundlegendere und umfassendere Wahrheiten nicht miteinbezogen werden.

Imaginative Literatur kann Wege aufzeigen, die uns wirklich weiterführen. Sie kann uns helfen, tiefere Wirklichkeitsebenen wieder wahrzunehmen und auf konstruktive und sinnvolle Weise erneut Teil unseres Lebens werden zu lassen.


Fazit: Das hier hat sich jetzt von einem Text „Über den Autor“ hinentwickelt zu einer mehr grundlegenden Stellungnahme. Doch das Geschriebene drückt aus, womit ich mich beschäftige und was mir wichtig ist. Insofern ist der Titel angemessen.